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Schlagkräftigere Immuntherapien gegen Krebs

categories Allgemein, Blut, Darm, Endokrinologie, Forschung, Frauen, Gefäße, Gelenke, Haut, Krebs, Leber, Leukämie, Lunge, Magen-Darm, Männer, Prostata, Tumore, Urologie   13. August 2018    

Schlagkräftige Immuntherapien zu entwickeln und neue Biomarker für die Wirksamkeit von Krebsbehandlungen zu identifizieren, ist das Ziel des neuen Helmholtz-Instituts „HI-TRON Mainz“. In dem Institut kooperiert das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit dem Forschungsinstitut für Translationale Onkologie (TRON gGmbH) an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Verträge für das Kooperationsprojekt wurden nun unterzeichnet.

Mit Immuntherapien gegen Krebs erzielen Ärzte seit einiger Zeit Aufsehen erregende Erfolge. Sogar fortgeschrittene Erkrankungen, denen die Medizin bislang nichts entgegensetzen konnte, lassen sich teilweise langfristig zurückdrängen. Krebsforscher wollen diese Therapien noch präziser an die individuelle Erkrankung anpassen. Mit den modernen Analysemethoden können sie die Zielstrukturen auf den Krebszellen identifizieren, um so Immuntherapien für den einzelnen Patienten maßzuschneidern.

Im neuen „HI-TRON Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ“ kooperiert das Deutsche Krebsforschungszentrum nun auf diesem zukunftsweisenden Forschungsgebiet mit dem Forschungsinstitut für Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, kurz TRON gGmbH.

„Die individualisierte Medizin wird insbesondere in der Krebsforschung immer wichtiger. Das Land hat dies schon früh erkannt und im Jahr 2010 mit der Gründung des Instituts TRON in Mainz Weichen gestellt“, betont der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf. „TRON hat herausragende Erfolge und wissenschaftliche Durchbrüche auf vielen Feldern der Immuntherapie erzielt. Die neue Kooperation von DKFZ und TRON in der Einrichtung des HI-TRON Mainz ist ein weiterer großer Meilenstein für die Wissenschaft und das Land Rheinland-Pfalz. Die Bedeutung der individualisierten Immuntherapie wird durch diesen Schritt sichtbar, die erfolgreiche Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler trägt Früchte. Zugleich bestätigt dies die Strategie des Landes, auf innovative Forschungsthemen zu setzen, von denen die Menschen unmittelbar profitieren. Wir sind froh, dass wir nach der Gründung des Helmholtz-Institut Mainz (HIM) im Jahr 2009 ein zweites Helmholtz-Institut im Land etablieren können.“

Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums, sagt: „Mit TRON haben wir einen international ausgewiesenen Partner gefunden, mit dem wir gemeinsam das wichtige und zukunftsweisende Gebiet der Krebsimmuntherapien voranbringen werden. Die Forschung hat in den letzten Jahren vielversprechende Möglichkeiten aufgezeigt, wie das körpereigene Immunsystem Krebs noch erfolgreicher bekämpfen kann. Diese Ansätze wollen wir nun dringend gemeinsam weiterverfolgen und können dabei die Stärken beider Institutionen zusammenführen – um Krebspatienten möglichst schnell wirksamere Behandlungen anzubieten.“

„Immuntherapien sind ein außerordentlich vielversprechendes Instrument in der Behandlung von Krebserkrankungen. Ich freue mich sehr, dass das DKFZ nun auf diesem zukunftsweisenden Forschungsgebiet noch enger mit der TRON GmbH und der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zusammenarbeitet“, sagt Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Die Gründung des neuen Helmholtz-Instituts für Translationale Onkologie bietet dafür die besten Voraussetzungen. Hier besteht eine hervorragende Grundlage für eine enge Zusammenarbeit eines Helmholtz-Zentrums und einer Universität auf einem Forschungsfeld, in dem sich beide Partner ideal ergänzen. Damit wird HI-TRON Mainz auch für Spitzenforscher aus aller Welt interessant.“

Nach der Aufbauphase erhält HI-TRON Mainz durch die Helmholtz-Gemeinschaft eine jährliche Förderung von mehr als fünf Millionen Euro. Das Land Rheinland-Pfalz und das DKFZ stellen zur Anschubfinanzierung zusätzliche Mittel in erheblichem Umfang zur Verfügung.

„Mit der Gründung von HI-TRON Mainz verfolgen wir die Mission, ein weltweit führendes Zentrum für Personalisierte Krebsimmuntherapie aufzubauen. Dabei wird HI-TRON Mainz im Sinne des Helmholtz-Gedanken agieren und als Katalysator für bahnbrechende Technologien, nachhaltiger Translation akademischer Innovation und deren klinischer Implementierung zum Wohle von Patienten wirken“, kommentiert Ugur Sahin, Gründer und wissenschaftlicher Geschäftsführer des TRON.

Die TRON gGmbH in Mainz zählt zu den weltweit führenden Instituten auf dem Gebiet der Identifizierung von Biomarkern und der personalisierten Immuntherapie. Die Kooperation mit dem DKFZ soll vor allem die Translation der immunologischen Spitzenforschung und innovativen Therapieansätze beschleunigen. Noch weiß man wenig darüber, warum die Immuntherapien bei manchen Patienten anschlagen, bei anderen dagegen nicht. Ein weiteres wichtiges Ziel der Forschungskooperation ist es daher, Biomarker zu identifizieren, um die Erfolgsaussichten einer Immuntherapie bereits vor Behandlungsbeginn einschätzen zu können.

Im kommenden Herbst soll HI-TRON Mainz bei einem Festakt eingeweiht werden.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

 

TRON – Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gGmbH ist ein führendes gemeinnütziges außeruniversitäres Forschungsinstitut mit Sitz in Mainz, Deutschland, und entwickelt neue Diagnostika und Wirkstoffe zur immuntherapeutischen Behandlung von Krebs und anderen schweren Erkrankungen mit hohem medizinischem Bedarf. TRONs Kernkompetenzen umfassen hochspezialisierte Technologien und Plattformen für die Entwicklung personalisierter Therapiekonzepte und Biomarker. In Zusammenarbeit mit akademischen Institutionen, Biotechnologiefirmen und der pharmazeutischen Industrie arbeitet TRON an dem Transfer grundlagenorientierter Forschung in die klinische Anwendung.

Mehr Informationen über TRON finden Sie unter www.tron-mainz.de; Anfragen bitte an Dr. Tina Büchling (tina.buechling@tron-mainz.de).

 

 

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