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Lehrgang für Pflegende zum Umgang mit herausforderndem Verhalten von Menschen mit Demenz: Neuer Basislehrgang Gerontopsychiatrie ab August 2015 an der Universität Witten/Herdecke

categories Altenpflege/Pflegeeinrichtungen, Ausbildung/Fortbildung, Demenz, Depression, Parkinson, Psychische Erkrankungen, Wichtige Links   23. Februar 2015    

Das Zentrum Fort- und Weiterbildung der Universität Witten/Herdecke bietet ab August 2015 einen neuen Basislehrgang Gerontopsychiatrie an. Darin können Pflegende in neun Modulen mit insgesamt 312 Unterrichtseinheiten bis Juni 2016 lernen, wie sie mit psychischen Veränderungen von älteren Patienten umgehen können.

Demenz, Depression, Sucht, Persönlichkeitsveränderung, Angsterkrankungen – die Liste der mit steigendem Alter wahrscheinlicher werdenden Erkrankungen ist lang. „Wir erleben es immer wieder, dass Menschen mit Demenz Pflege bzw. Hilfe häufig als Einmischung in ihre Welt verstehen – und diese dann vehement ablehnen. Das kann bis zu offener Gewalt gehen“, erklärt Christian Müller-Hergl, Pflegewissenschaftler der Universität Witten/Herdecke, das Dilemma. Er hat mit Dr. Klaus-Maria Perrar, Oberarzt an der Uniklinik Köln, den Lehrgang entwickelt.

Er richtet sich an Pflegekräfte in Krankenhäusern, Altenheimen und ambulanten Diensten, die oft hilflos vor dem herausfordernden Verhalten ihrer Patienten bzw. Klienten stehen. „Burnout und Kündigung sind dann oft die Reaktion. Dabei gibt es Möglichkeiten, für beide Seiten schonend mit diesen Verhaltensweisen umzugehen“, macht Müller-Hergl Hoffnung. Der neue Lehrgang gibt Werkzeuge an die Hand, wie man ein individuelles Profil für jeden Patienten erstellen kann: „Es geht darum, die Handlungslogik des Patienten nachvollziehen zu können. Was zunächst unsinnig und widerständig erscheint, erklärt sich häufig dann, wenn man nach Bedürfnissen fragt.“ Das theoretische Modell dahinter besagt, dass jedes Verhalten von Bedürfnissen verursacht wird. Wer die erkennen kann, sieht die Lösungswege der Patienten in einem neuen Licht, kann dann besser unterstützen und reduziert seinen Stress. „Oft geht es darum, einen vorhersehbaren, verlässlichen Alltag zu schaffen. Der führt dann dazu, dass eine pflegerische Beziehung zum Patienten wieder möglich wird.“ Nicht zuletzt können auf dieser Basis auch funktionale Ziele wie Ernährung, Mobilität, Medikamenteneinnahme und (Selbst-)Pflege leichter erreicht werden.

Die neun Module umfassen nach der Einführung die Themenbereiche Demenz, Delir und Psychopharmaka, Depression, Wahn und Sucht sowie Familie. Sie dauern jeweils drei Tage mit 24 Unterrichtseinheiten. Der anschließende Basiskurs „Dementia Care Mapping“ umfasst vier Tage mit 32 Einheiten. Zu allen Modulen kann ein Kompetenznachweis erworben werden, der aus einer Fallrecherche in Verbindung mit dem Modulthema besteht. Der Zeitaufwand hierfür beträgt 16 Unterrichtseinheiten, also etwa zwei Tage. Anschließend stehen noch die Abschlussarbeit und ein Kolloquium an. Außer dem Abschlussmodul können alle einzeln wahrgenommen werden. Für die komplette Teilnahme können 86 Fortbildungspunkte für die Registrierung beruflich Pflegender angerechnet werden, die Module 1 bis 6 bringen 12 Fortbildungspunkte. Der Lehrgang wird mit einem Zertifikat der Universität Witten/Herdecke abgeschlossen.

Weitere Informationen:
Zentrum Fort- und Weiterbildung
Universität Witten/Herdecke
Gudrun Bayer-Kulla
Alfred-Herrhausen-Str. 44
58455 Witten
Tel.: +49 (0)2302 / 926-757
Email: zwb@uni-wh.de
http://www.zentrum-weiterbildung.de/programme/pflege/gerontopssychiatrie-basislehrgang/

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