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Jeder Tag ein neues Gesicht – Demenz!

categories Alzheimer, Demenz   17. Februar 2013    

Deutschlandweit sind mindestens 1.5 Millionen Menschen von einer Demenz-Erkrankung betroffen. Mehr als die Hälfte davon haben Alzheimer. Tendenz steigend, bis ins Jahr 2050 soll sich die Zahl mehr als verdoppeln, wenn man den Prognosen von Experten Glauben schenkt. Ursache ist die steigende Lebenserwartung, da über zwei Drittel der Alzheimer Betroffenen über 80 Jahre alt ist.

Alzheimer-Krankheit ist ein schleichender Prozess der lange Zeit unbemerkt bleibt und bis die ersten Anzeichen auftreten können Jahrzehnte vergehen. Orientierungslosigkeit, Vergesslichkeit oder ein eingeschränktes Sprachvermögen führen erst dazu, dass man sich ärztliche Hilfe einholt.

Bei der Demenz-Krankheit sind die Vergesslichkeit oder Orientierungslosigkeit Begleiterscheinungen und die Symptome anfangs eher unauffällig. Misstrauen, Launenhaftigkeit und der Verlust des Langzeitgedächtnisses sind die weiteren Schritte die eintreten. Auch negative Eigenschaften wie Gereiztheit, Aggressivität und Depressionen sind bei den Patienten oftmals anzutreffen. Angehörige werden nicht mehr erkannt und die Artikulationsfähigkeit geht verloren, manche Patienten verlernen sogar das Sprechen. Bettlägerigkeit, Inkontinenz und Pflegebedürftigkeit gehen damit einher.  Nach Ausbruch der Krankheit versterben viele Patienten nach 5 bis 10 Jahren.


Bild Krankheitsverlauf bei Alzheimer @DZNE

Gesunder Lebensstil hilft auch gegen Demenz, Risikofaktoren sind unter anderem das Rauchen, Hypertonie, Alkohol in übermäßigen Mengen, Cholesterin- und Stoffwechselstörungen und natürlich auch das Alter. Um sich fit und gesund zu halten, benötigt es bei  nicht-medikamentöser Behandlung  geistige Aktivitäten wie Rätsel raten, Schach spielen, Bücher lesen, eben das Gehirn aktiv zu trainieren und die regelmäßige Bewegung, wie spazieren gehen, Yoga – soweit es möglich ist, Gymnastik, tanzen, eben gesellschaftliche ansprechende Tätigkeiten und Unterhaltung.

Leider ist die Diagnose Demenz sehr oft mit gesellschaftlichen Einschränkungen verbunden, da die Erkrankten sich nicht mehr trauen an Aktivitäten in der Öffentlichkeit teilzunehmen. Zudem geht sie mit großen sozialen und wirtschaftlichen Folgen einher.

Die Interventionsstudie „DelphHi-MV“ ( Demenz: lebenswelt –und patientenzentrierte Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern) ist im Jahr 2012 gestartet. „Ziel dieser Studie ist es, die medizinische und pflegerische Betreuungssituation und damit einhergehend die Lebenssituation von Demenzkranken und deren Angehörigen zu verbessern. Die Studie soll Lösungen für die demografischen Probleme von morgen entwickeln, die auch in anderen Regionen Deutschlands angewendet werden können“, so Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann, DZNE-Forschungsleiter an der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald. Die DelpHi-MV Studie ist für das DZNE sehr wichtig um  -die Datenoptimierung zur Versorgung von –Demenzkranken zu bündeln und für die Zukunft zu gewährleisten, dass die Kranken eine optimale Versorgung erfahren, meinte Prof. Pierluigi Nicotera, Vorstandsvorsitzender und wissenschaftlicher Vorstand der DZNE ( Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen)

Das DZNE gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft. An 18 Zentren arbeiten Wissenschaftler an den unterschiedlichsten Themen, unter anderem um Erkrankungen wie Alzheimer und andere Demenzen, Parkinson und selten Leiden wie Prionen-Erkrankungen zu erforschen und neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln.  Es verbindet die vier Schwerpunkte: Grundlagenforschung, klinische Forschung, Populationsforschung und Versorgunsforschung (Pflege). Das Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) wurde 2009 gegründet. www.dzne.de Text:Andrea Stein, Abbildungen DZNE mit Genehmigung zur Verfügung gestellt

 

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